Kontakt

Leitende Ärztin
Dr. med. Katja Fischer
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
| Telefon | 0201 8408-1280 |
| Telefax | 0201 8408-1281 |
gyn-sek[at]kliniken-essen-sued.de
Erkrankungen des Beckenbodens
Sie können zur Untersuchung mit Überweisung Ihres Frauenarztes bei Problemen mit folgenden Erkrankungen in unsere Sprechstunde für Veränderungen des Beckenbodens kommen:
- Senkung (Descensus) von Gebärmutter, Blase, Darm
- Vorfall (Prolaps) von Gebärmutter, Blase, Darm
- Inkontinenz (unwillkürlicher Abgang von Urin oder Stuhl)
Auf Grund von Bindegewebsschwächen kommt es mit zunehmendem Alter zu einem Nachgeben des Halteapparates des Beckenbodens, das zur Senkung von Blase, Darm oder Gebärmutter führt. Der höchste Schweregrad einer Senkung ist der Vorfall (Prolaps) von Blase, Darm oder Gebärmutter. Eine Inkontinenz kann in Kombination mit einer Senkung auftreten, aber auch unabhängig von einer Senkung sein oder gar erst nach einer Senkungsoperation durch Beschwerden in Erscheinung treten.
Im Rahmen der Sprechstunde wird die Durchführung einer Blasendruckmessung bei entsprechenden Beschwerden durchgeführt und es werden Therapieoptionen gemeinsam besprochen. Nur ca. 30 Prozent der Sprechstundenpatientinnen werden letztendlich operiert – nach Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden konservativen, medikamentösen, krankengymnastische Therapien etc.
An operativen Verfahren zur Behandlung einer Senkung oder eines Prolapses bieten wir die klassischen konventionellen vaginalen (Zugangsweg durch die Scheide) Operationen an. Diese sind z.B.:
- vordere und hintere Kolporhaphie (Raffen der Scheidenhaut) ggf. in Kombination mit Entfernung der Gebärmutter
- Fixation des Scheidenstumpfes nach Amreich-Richter (Aufhängung der Scheide am Beckenknochen)
Bei der Belastungsinkontinenz besteht das moderne operative Verfahren heutzutage darin, ein schmales Kunststoffnetz spannungsfrei unter die Harnröhre in Nähe der Harnröhrenmündung einzulegen. Dieses kann hinter dem Schambein oder durch den Obturatorkanal (natürliche Öffnung im Beckenknochen) verlegt werden. Über Änderung des Harnröhrenwinkels sowie über Vernarbungsvorgänge wird eine Stabilisierung des Gewebes um die Harnröhre erreicht. Eingesetzt werden:
- TVT
- TVT-O
In speziellen Situationen stehen weiterhin Verfahren mit der Einlage eines sogenannten spannungsfrei eingesetzten Kunststoffnetzes (transvaginale Mesh Applikation) zur Verfügung. Dabei unterstützt das Netz das eigene Bindegewebe und führt über Vernarbung zu zusätzlicher Stabilität. Je nach Situation kommen folgende Netzeinlagen zum Einsatz:
- Vorderes Netz
- Hinteres Netz
- Totales Netz
- Teilresorbierbares totales Netz