Elektrotherapie

Heilsamer Strom

Die Elektrotherapie dient der Behandlung von Schmerzen und der Kräftigung schwacher Muskulatur. Dabei werden meist Elektroden auf die Haut des Patienten geklebt, die den Strom durch den Körper leiten.

Kontraindikationen
  • keine Elektrotherapie in der Region eines Herzschrittmachers
  • kein Reizstrom bei frischen Frakturen (in den ersten drei bis vier Wochen), da er die gewünschte Kallusbildung beeinflusst
  • bei Metallimplantaten und offenen Wunden bedingt einsetzbar
Interferenzstrom (Nemectrodyn)

Diese Form der Elektrotherapie ist durch die Mischung von zwei mittelfrequenten Wechselströmen (vier bis fünf Kilohertz) gekennzeichnet, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden oder phasenverschoben sind. Durch die Überlagerung dieser beiden Stromkreise entsteht im Köper ein Strom mit zwei neuen Frequenzen („Interferenz“): ein niederfrequenter Anteil in Form von Schwebungen und ein mittelfrequenter Anteil, die sogenannte Trägerfrequenz, die die Schwebungen trägt. Dank der Schwebungsfrequenz werden die Behandlungsziele wie zum Beispiel Schmerzlinderung und Muskelstimulierung erreicht. Die Trägerfrequenz gewährleistet eine gute Verträglichkeit und die Senkung des Hautwiderstandes.

Iontophorese

Die Iontophorese ist eine Form der Schmerztherapie. Dabei werden Wirkstoffe auf die Haut aufgebracht und mittels schwacher elektrischer Ströme in das darunter liegende Gewebe transportiert. Damit lässt sich die Intensität von Salben, zum Beispiel von schmerzstillenden Gelen oder „Rheumasalben“, beträchtlich erhöhen. Die Therapieform wird besonders zur Behandlung von Gelenkdegenerationen eingesetzt oder nach Verletzungen.

Reizstrom

Bei der Reizstromtherapie spürt man allenfalls ein leichtes Kribbeln auf der Haut: Der schwache Wechselstrom mit niedriger Frequenz (zwischen zehn und 100 Hertz) wird vor allem zur Behandlung von Schmerzen und zur Kräftigung der Muskulatur eingesetzt.

Ultraschall

Auch die Ultraschalltherapie zählt im weitesten Sinne zur Elektrotherapie. Ihre Wirkung: verbesserte Durchblutung, Schmerzlinderung und ein gesteigerter Stoffwechsel.
Dabei wird Strom in hochfrequente mechanische Schwingungen von etwa einem Megahertz umgewandelt und mittels eines Schallkopf mit Kontaktgel auf die erkrankte Körperregion geleitet. Der Schallkopf wird kreisend bewegt, die leichten Vibrationen spüren die Patienten nicht.