Kooperation für mehr Know-how
Wir waren 140 Jahre gute Nachbarn, als wir im September 1998 noch enger zusammenrückten und die „Christliche Krankenhausgemeinschaft Werden“, die Kliniken Essen Süd gründeten. Der Grundstein dafür wurde schon sehr viel früher gelegt: Im Jahr 1892 bot das Evangelische Krankenhaus dem Katholischen St. Josef an, „Geräte und Wäsche für 2,50 Mark pro Kesselfüllung zu desinfizieren“. Im medizinischen Bereich kooperierten wir erst sehr viel später: 1968 richteten wir eine gemeinsame Anästhesie-Abteilung ein. 1981 bauten wir als deutliches Zeichen unserer Nähe einen Tunnel zur räumlichen Verbindung beider Häuser.
Aus den guten Nachbarn von einst sind heute noch bessere Kooperationspartner geworden. Seitdem genießen unsere Patienten in den Kliniken Essen Süd alle Vorzüge einer gesunden und wirtschaftlich stabilen Kooperation: gemeinsame medizinische Zentren, interdisziplinäre Versorgungsstrukturen und ständiger Leistungsaustausch. Jüngste Frucht unserer Kooperation ist das im Juli 2009 eröffnete Operative Zentrum.
Zusammen verfügen wir heute neben einem breiten medizinischen Leistungsspektrum und schlanken Unternehmensstrukturen über 424 Planbetten in zwölf Fachabteilungen und 852 Mitarbeiter. Jährlich behandeln wir etwa fast 15.000 Patienten stationär und fast 40.000 Patienten ambulant (z.B. in unserer Tagesklinik).
Ev. Krankenhaus – einst „Herberge armer Leute“
Dennoch sind wir zwei rechtlich selbstständige Krankenhäuser geblieben, die auf eine lange Geschichte zurückblicken können. Das Evangelische Krankenhaus Werden wurde im Jahr 1854 als „Anhängsel“ der „Herberge armer Leute“, eines Armen- und Waisenhauses, gegründet. Schon bald genügte das kleine „Anhängsel" mit wenig Betten den Ansprüchen der Bevölkerung nicht mehr. So entschlossen sich die Werdener Familien Forstmann und Huffmann im Jahr 1886, ein Krankenhaus samt Grundstück zu stiften. Die Gemeinde übernahm die Kosten für den Innenausbau und stellte das Betriebskapital. Bereits zwei Jahre später wurde das neue Krankenhaus mit 50 Betten eingeweiht und in den Jahren darauf ständig erweitert. Inflation, Wirtschaftskrise, zwei Weltkriege und Beschlagnahme machten in den 1950er-Jahren jedoch einen Neubau erforderlich. Die Finanzierung war nicht einfach. Heute ist das Evangelische Krankenhaus eine gemeinnützige GmbH. Gesellschafter sind die evangelische Kirchengemeinde Werden mit 50 Prozent, die Kirchengemeinden Bredeney und Heidhausen sowie der Stadtkirchenverband. Zugleich wurde die Verwaltung von der Kirchengemeinde auf das Krankenhaus übertragen.
Kath. Krankenhaus St. Josef – ehemals „Ferberscher Gasthof“
Es war ebenfalls Mitte der 1850er-Jahre, als die katholische Pfarrgemeinde St. Josef 8.000 Taler an Spenden aufbrachte, um den ehemaligen Ferberschen Gasthof zu erwerben und daraus ein Hospital zu machen. 1857 wurde das Katholische Krankenhaus St. Josef eingeweiht, der Betrieb mit vier Ordensschwestern aufgenommen. Wachsende Anforderungen machten ständig Erweiterungen erforderlich, obwohl in direkter Nachbarschaft das Evangelische Krankenhaus „heranwuchs“. 1917 verfügte das Katholische Krankenhaus bereits über 120 Betten. Auch während der Kriegsjahre wurde unter schwierigsten Bedingungen – teils im Bunker – weiter operiert. Nach dem Krieg packten die Werdener Bürger tatkräftig mit an und beseitigten die Schäden durch Bombenangriffe. Mitte der 60er-Jahre wurde mit dem weiteren Ausbau und der Differenzierung in neue Abteilungen begonnen. Weitere Sanierungsphasen und Neubauten in den 80er- und 90er-Jahren und Anfang des neuen Jahrtausends schlossen sich an. Heute ist die Klinik ein modernes Haus und komplett barrierefrei – Patienten und Besucher können sich auf allen Ebenen bewegen, ohne auch nur eine Treppe benutzen zu müssen.

